Haltungsbericht: Gymnothorax fimbriatus


An sich ist sie recht einfach zu halten, wenn da nicht die Giftigkeit und der Drang wären, auch mal außerhalb des Aquariums mal auf Entdeckungstour zu gehen. Allerdings bin auch ich der Meinung, dass ein Landgang meist dann unternommen wird, wenn der Muräne keine optimalen Versteckmöglichkeiten gegeben sind. Ein Höhlensystem, am besten ganz oder teilweise miteinander verbunden, sind daher Pflicht für diese Tiere sowie ein ausbruchsicheres Aquarium - selbst kleine Löcher sollten Tabu sein, denn die Tiere sind äußerst wendig und können sich durch ihren schlangenartigen Körper durch kleinste Öffnungen zwängen.

Nach einigen Wochen Eingewöhnungszeit habe ich es riskiert, die Abdeckscheiben zu entfernen. Es gab seit wiederum mehreren Wochen keinen Landgang, so dass ich davon ausgehe, dass sie ihre Höhle gefunden hat. Die Tiere können ein paar wenige Stunden an Land überleben, und da ich in dieser Zeit zuhause war und auch nachts kontrollieren konnte, habe ich es riskiert. Hinzu kommt, dass im Raum des Beckens Laminat verlegt ist und KEIN Teppich, welcher die Schleimhaut sicherlich stärker geschädigt hätte und ein Vertrocknen sicherlich schneller passiert wäre.

Das aufgrund ihrer erreichbaren Endgröße (ca. 80cm) relativ klein erscheinende Becken (400 Liter) erkläre ich damit, dass die Muräne hauptsächlich in ihrem Höhlensystem lauert und selten hervorkommt oder frei schwimmt - es sei denn, man lockt sie mit Futter an. Selbst dann verschwindet sie nach der Futteraufnahme sofort wieder in ihre Höhle zurück und schlängelt sich zusammen. Ebenso sind außer einem Salarias fasciatus keine weiteren Fische mehr im Becken, die das Wasser belasten, denn die Ausscheidungen der Tiere, die in diesem Fall nicht gerade gering sind, spielen bei der Wahl der Beckengröße natürlich ebenso eine Rolle wie Tiergröße und Bewegungsdrang.

Beißattacken auf meine Hand gab es bisher nicht, ich würde aber auch nicht unbedingt riskieren, vor ihrem Höhleneingang mit der Hand zu arbeiten. Ein gezielt drauf angelegter Störversuch mit der Eheimzange hatte sie aus der Reserve gelockt und dazu veranlasst, der Zange eine kurzen, aber heftigen Biss zu verpassen.

Diese Bisse sind sehr giftig, schmerzhaft und selbst kleine Wunden heilen sehr schlecht bzw. bedürfen einer ärztlichen Behandlung, wie es auch Jürgen Tuschick in seinem Bericht mal beschrieben hat.

Gefüttert wird hauptsächlich in der Dämmerung oder in der Nacht - die Zeit, in der sie am aktivsten ist. Sie hat einen extrem gut ausgebildeten Geruchssinn, bereits nach Sekunden wird z.B. ein ins Wasser gehaltener Stint erkannt und die Muräne schlängelt unruhig umher, bis sie zielsicher das Beutetier ergreift. Auch nachts wird gefressen, wenn es ihr geboten wird. Dann sieht sie allerdings schlecht und orientiert sich praktisch rein am Geruchssinn. Somit kam es auch schon vor, dass sie versehentlich in die Futterzange biss und erst im zweiten Versuch das Futtertier erwischt hat.

Übergriffe auf andere Riffbewohner konnte ich bisher nicht beobachten, sind aber natürlich niemals ausgeschlossen, darüber sollte man sich schon im Klaren sein. Von daher, wer auf Nummer Sicher gehen will, besser nur mit Großfischen oder im Artbecken halten, zumal es unter den Individuen auch Unterschiede geben soll was die Aggressivität betrifft.

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