Test: Solaris vs. Sunpower

 


Test: Solaris vs. Sunpower



Die beiden Hersteller Fauna Marin und ATI bieten im T5-Bereich zwei modulare und recht preisgünstige T5-Lampensysteme an, die dennoch auf dem neuesten Stand der Technik sind. Ein Vergleichstest mit umfangreichen Messungen soll die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Kontrahenten aufdecken. Ich bin mir sicher, dass beide Systeme ihre Käufer finden werden.

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass ich generell den Herstellern gegenüber neutral eingestellt bin und in keiner Weise mit irgend jemanden verbunden bin. Ich selbst besitze Produkte sowohl von Fauna Marin als auch von ATI, und bin mit beiden soweit zufrieden. Auch sind mir keine Geschenke oder ähnliches gemacht worden.

Allgemeine Ausstattungsmerkmale


Es wurde eine gängige, vergleichbare Ausstattung mit 4 x 54W gewählt. Die Systeme sollten auf dem aktuellen Stand der Technik sein, was bedeutet: Einzelreflektoren, aktive Kühlung der EVG´s und Cool-Spots der Röhren. Bei diesen Leuchten wurde weniger Wert auf eine besonders ansprechende Optik gelegt, was dafür eine modulare Bauweise und moderate Preise ermöglicht.

Zu den Kontrahenten



Fauna Marin Solaris


Die schwarze Leuchte trägt den Namen Solaris und besteht aus einem pulverbeschichteten Aluminiumgehäuse, auf dem spritzwassergeschützte IP67-Fassungen angebracht sind. Die Lampe besitzt anstelle eines klassischen Spritzschutzes in Form einer Schutzscheibe klarlackbeschichtete Reflektoren, die zusätzlich mit einer Nanoversiegelung versehen sind und somit gegen Korrosion geschützt sein sollen. Die Reflektoren sind nicht am Gehäuse verschraubt, sondern auf den Röhren mit Clips befestigt und somit bei Verkrustung leicht abzunehmen und wie ein Spritzschutz abzuwaschen.

Das Kühlsystem besteht aus einem 8cm-Lüfter der Firma Sunon, welcher bei den 54W-Leuchten lt. Hersteller standardmäßig mit einer Spannung von 4,5 bis 6 Volt betrieben wird. Der Lüfter ist per Steckverbindung an ein ins Gehäuse integriertes, regelbares Steckernetzteil angeschlossen und kann im Falle eines Defekts ohne Garantierverlust ausgetauscht werden. Die Solaris kühlt die Stempelseite der Röhren.

Die beiden Netzzuleitungen sind 3m lang und versorgen jeweils 2 Röhren (1+3 und 2+4) getrennt – die aktive Lüftung ist an eine der beiden Zuleitungen gekoppelt. Fauna Marin setzt auf Doppel-EVG´s, Typ Quicktronic der Marke Osram (lt. Hersteller in der aktuellsten Serie: Quicktronic intelligent).

Die Leuchte wird standardmäßig MIT Leuchtmitteln und ohne Stahlseilaufhängung ausgeliefert. Der Verkaufspreis liegt bei 340 EUR inkl. MwSt.

 

Schwarzes, pulverbeschichtetes Gehäuse, zwei seitlich
herausgeführte Netzkabel

 


 

Im Inneren: Sauber verdrahtete Komponenten

 

Osram Quicktronic Dual-EVG´s (inzwischen Quicktronic intelligent)

 

Internes, umschaltbares Steckernetzteil für den Ventilator

 

8cm Sunon Lüfter



ATI Sunpower

Die aktuelle Version der Sunpower kommt im schwarzen Gehäuse und hat eine Spritzschutzhaube aus Acrylglas. Diese soll die korrosionsempfindlichen, silberbeschichteten Reflektoren und Fassungen vor Spritzwasser schützen. Die Reflektoren sind am Gehäuse verschraubt und somit fest verbunden, bei Bedarf aber austauschbar. Die Haube ist mit zwei großen Kunststoffflügelschrauben am Gehäuse befestigt und lässt sich somit ohne Werkzeug abnehmen. Der Hersteller wirbt damit, dass die warme Luft nicht auf die Wasseroberfläche geleitet wird, sondern seitlich entweicht, was weniger Wassererwärmung bewirken soll. In wie weit sich das in der Praxis auswirkt, konnte ich leider nicht nachmessen.

Auch ATI setzt auf einen einzelnen Lüfter. Es ist allerdings ein kleinerer 6cm-Lüfter der Firma Lafan, dessen Drehzahl über ein externes Steckernetzteil zu regeln ist. Bei der Sunpower wird bei den Röhren die entgegengesetzte Seite zur Stempelseite gekühlt.

Die Leuchte hat 2 Netzzuleitungen für 2 getrennt schaltbare Röhrenpaare (1+3 und 2+4), ausserdem ein externes Steckernetzteil für den Ventilator. Die somit insgesamt 3 Zuleitungen werden in einer Box zu einem Kabel vereint, welches dann zur Leuchte führt. Im vorliegenden Modell sind Doppel-EVG´s der Firma Vossloh & Schwabe verbaut.

Ausgeliefert wird das System standardmäßig OHNE Leuchtmittel und ohne Stahlseilaufhängung. Der empfohlene Verkaufspreis ist 279 EUR inkl. MwSt.

Wichtig für den Preisvergleich: Wenn man zu den 279 EUR der Sunpower z.B. noch
4 ATI-Röhren addiert, käme man auf ungefähr den gleichen Preis wie dem der Solaris inkl. deren Leuchtmittel (was wohl auch so gewollt ist).

 

Schwarze, umlaufende Plexiglashaube, oben rausgeführtes Netzkabel

 

Hier wurde die Lampe mit den Röhren entgegen der Hersteller-
angabe bestückt, also mit der Stempelseite zur Kühlung hin:
Die Leuchte zeigte dabei tatsächlich eine geringere Lichtleistung

 

Leider erschweren die etwas zu kurz geratenen Kabel zum Deckel
hin ein komplettes Öffnen

 

ATI verbaut Dual-EVG´s der Marke Vossloh & Schwabe

 

Externes, umschaltbares Steckernetzteil für den Ventilator
Rechts: Die Box vereint die drei Zuleitungen zu Einer

 

6cm Lafan Lüfter


Testaufbau


Die Leuchten wurden mit den jeweiligen überstehenden Kanten auf zwei gegenüberstehende Metallgerüste aufgelegt. Mit den Gerüsten kann man die Lampen außerdem sehr mittig aufliegen.

Auf dem Boden wurde eine Matrix aufgezeichnet, deren Schnittpunkte die Messpunkte ergeben. Es werden somit Faktoren wie die unterschiedliche Bündelung und die damit unterschiedlichen Ausleuchtungen berücksichtigt.

Es wurde darauf geachtet, dass der Abstand bei beiden Leuchten von der Reflektorunterkante bis zum Boden exakt 30,5cm beträgt. Wenn man von einem Abstand von 10cm über dem Wasserspiegel ausgeht, misst man somit die Leuchtintensität bei etwa 20cm Wassertiefe, ohne die Brechung und Minderung der Leuchtkraft durch das Wasser mit einzubeziehen. Ich denke aber, dass somit ein relativ praxisnaher und vor allem vergleichbarer Aufbau gegeben ist.

Das eingesetzte Luxmeter wurde ebenfalls präpariert: Um eine möglichst gleiche Position des Sensors zu gewährleisten, wurde um den Sensor ebenfalls ein Kreuz eingezeichnet, damit sich die Mitte des Sensors auch immer möglichst exakt auf dem Schnittpunkt der Koordinaten platzieren lässt.

Gegenmessungen der gleichen Schnittpunkte ergaben Abweichungen von nur max. 100 Lux, insgesamt also eine gute Reproduzierbarkeit. Das ist für einen Hobbytests ganz ok denke ich.

Alle Tests wurden in einem komplett abgedunkelten Raum durchgeführt. Es wurde auf eine identische Raumtemperatur von 22,5 Grad Celsius geachtet, zwischen den Tests wurde der leicht aufgeheizte Raum wieder auf Ausgangstemperatur gebracht.

Für die Tests wurden immer vier gleiche Röhren der Firma Fauna Marin, Typ "Aqua Science Special 15.000 K" verwendet, um Serienstreuungen und damit unterschiedliche Messergebnisse auszuschließen. Diese Röhren haben zuvor bereits einige Tage für jeweils 12 Stunden geleuchtet, um den Leistungsabfall, wie er bei allen Röhren besonders in den ersten Stunden auftritt, während der Tests zu vermeiden. Die Leuchtmittel wurden gemäß Herstellerangabe eingesetzt, sprich bei der Solaris die Stempelseite zur Kühlung hin, bei der Sunpower umgekehrt. Die Stempelseite zeigte immer nach unten.

Die Leuchten wurden nun 30 Minuten laufen gelassen, um die endgültige Betriebstemperatur zu erreichen. Während der ersten Minuten verändern sich die Werte noch stark, nach 30 Min. sind sie meiner Erfahrung nach auf jeden Fall stabil. Danach wurde nicht einfach die Spannung erhöht, sondern die Leuchte komplett abgekühlt und der Raum wieder auf Ausgangstemperatur gebracht, bevor neue Messreihen gestartet wurden.

 

Auf dem Boden und am Sensor aufgezeichnete
Matrix für gleichbleibende Messpunkte

Messergebnisse


Wichtig für den Vergleich:


Fairerweise muss man sagen, dass die Solaris bei 7,5 Volt Lüfterspannung in etwa so laut war wie die Sunpower bei 3 Volt - das habe ich mir von zwei weiteren Leuten so bestätigen lassen, da das Geräuschempfinden ziemlich subjektiv ist. Vergleiche müssen also zwischen diesen beiden Messreihen gemacht werden, die anderen sollen nur die Auswirkungen der unterschiedlichen Lüfterdrehzahlen auf die Lichtleistung verdeutlichen. Mehr als 7,5 Volt respektive 3 Volt sind meiner Meinung nach nicht wohnraumtauglich.

Herstellervorgaben (Spannungen):

Solaris: 6V (ich empfehle 7,5V, da immer noch leise)
Sunpower: 4,5V (ich empfehle 3V, da 4,5V zu laut)

Solaris 4 x 54W bei 6V - Angaben in Lux

  13800  16000  14000   
7700  22900  26900  21600  8200 
  14600  16000  14200   

Solaris 4 x 54W bei 7,5V - Angaben in Lux

  14100  16300  14400   
8000  23200  27100  22400  8800 
  15500  17600  15100   

Sunpower 4 x 54W bei 3V - Angaben in Lux

  14200  16100  14400   
9200  26200  28800  26100  9900 
  15600  17300  14900   

Sunpower 4 x 54W bei 4,5V - Angaben in Lux

  15000  16800  15100   
9800  28000  31300  27800  10400 
  16400  18000  15700   



Praxistauglichkeit / Erfahrungen / Zusammenfassung



Solaris


An der Solaris gefällt mir besonders der groß dimensionierte und somit sehr leise Lüfter. Selbst bei 7,5 Volt ist dieser von der Lautstärke noch gut erträglich, bei 6 oder gar 4,5 Volt ist er denke ich auch für empfindlichste Ohren kein Problem. Leider muss dessen Regelung umständlich über das Öffnen des Gehäuses erfolgen, was nicht jedem Besitzer zuzumuten ist, zumal dazu auch Werkzeug (Schraubendreher) benutzt werden muss. Immerhin müssen dazu insgesamt 18 Schrauben gelöst werden.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut, im inneren sind alle Leitungen mit Kabelbindern etc. sehr sauber verlegt, eine Umpolung der geschalteten Röhrenpaare etc. lässt sich zumindest für technisch versierte Nutzer leicht durchführen, da die Kabel alle gesteckt sind und nicht etwa fest verlötet.

Die Lösung mit der Koppelung des Lüfters an eines der beiden Röhrenpaare finde ich etwas unpraktisch, da somit bei Schaltung von nur einem der beiden Röhrenpaare der Lüfter logischerweise ausgeschaltet bleibt.

Wie langlebig die Reflektoren mit ihrer Versiegelung sind, muss die Zukunft zeigen. Hier habe ich noch keine Langzeiterfahrungen sammeln können, bisher jedenfalls ließen sich bei meinen eigenen Solaris, die ich seit etwa einem Jahr in Gebrauch habe, die Reflektoren immer gut mir klarem Wasser reinigen.

Was die Lichtleistung angeht, die Leuchte zeigt insgesamt eine sehr gute, wenn auch im Zentrum und auch an den Stirnseiten eine geringere Lichtleistung als die Sunpower. In den längsseitigen Außenbereichen dagegen liegen beide Leuchten in etwa gleich auf, was auf leicht unterschiedlich fokussierende Reflektoren zurückzuführen ist. Es muss dabei gesagt werden, dass beide Leuchten zum besten gehören, was es derzeit auf dem T5-Markt zu kaufen gibt, die Werte also insgesamt sehr gut sind und weit über denen der immer noch mehrheitlich angeboten Leuchten anderer Hersteller ohne Einzelreflektoren / Kühlung liegen.



Sunpower

Gut an der Sunpower gefällt mir vor allem der leicht zu reinigende und bei Bedarf auch leicht zu entfernende Acrylglasspritzschutz und das externe und somit leicht zu bedienende Steckernetzteil. Es lässt sich unabhängig von den Röhrenpaaren betreiben, was meiner Meinung nach von Vorteil ist. Man benötigt zwar eine Steckdose mehr, aber dafür kann es unabhängig vom gerade eingeschalteten Röhrenpaar aktiv sein.

Was die Verarbeitung der Sunpower betrifft gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, es macht alles einen soliden Eindruck. Es sind zum Öffnen der Leuchte weniger Schrauben zu lösen als bei der Solaris, dafür sind die Kabel der Netzzuleitungen im inneren zu kurz geraten, was ein Öffnen des Gehäuseoberteils etwas umständlich macht. Da im inneren aber nichts zu regeln ist, fällt dieser Nachteil kaum ins Gewicht, allenfalls ein Wechsel eines defekten Lüfters oder EVG´s würde ein Öffnen der Leuchte notwendig machen.

Der kleinere 6cm-Lüfter der Sunpower hat den Nachteil, unangenehm laut zu sein. Bei der kleinsten einstellbaren Spannung von 3 Volt ist er noch wohnraumtauglich und von der Lautstärke in etwa vergleichbar mit dem größeren Solaris-Lüfter bei 7,5 Volt. Bei allem darüber wird er aber für mein Empfinden störend laut. Der Betrieb der Leuchte hinter einer Abdeckung wäre da meiner Meinung nach Voraussetzung, um höhere Spannungen zu fahren.

Die Lichtleistung der Sunpower setzt sich im Zentrum gegenüber der Solaris durch, hier scheint die Rechnung von Leistungsverlust am Spritzschutz + dafür besserer Reflexionsrate durch Silberreflektoren aufzugehen. Was ungewöhnlich erscheint, ist die Kühlung nicht an der Stempelseite, sondern am anderen Ende, und auch dort auffällig weit außen. Gegenmessungen zeigen, dass die Leuchte deutlich geringere Werte erzielt, wenn die Röhren andersherum eingebaut werden.


Verbesserungsvorschläge für die Hersteller


Solaris

Ein externes Steckernetzteil würde zwei Mankos ohne großen finanziellen Aufwand beseitigen: Der Lüfter wäre ohne öffnen des Gehäuses regelbar und zudem könnte er immer aktiv sein, auch wenn nur ein Röhrenpaar geschaltet ist.

Ein weiterer Punkt, der aber aufgrund der ohnehin sehr geringen Lautstärke der Solaris nicht so wichtig ist: Der Ventilator könnte zur weiteren Geräuschreduzierung per Gummiunterlagen entkoppelt werden, außerdem wäre der Einsatz eines besonders leiseren Lüftermodells sinnvoll, aber wohl auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ich selbst habe meine eigenen Solaris inzwischen mit kugelgelagerten Pabst-Lüftern, Typ 8412 NLE, fast unhörbar leise gemacht. Somit könnten auch noch höhere Spannungen als 7,5 Volt Wohraumtauglich gefahren werden, was wiederum die Lampe bei der Lichtleistung weiter nach vorne bringen würde.


Sunpower

Der kleine Chinalüfter ist das Manko der Sunpower, er kann wegen seiner Geräuschentwicklung nur bei kleinen Spannungen wohnzimmertauglich betrieben werden. Wenn man sich die gezeigte Lichtleistung schon bei der kleinsten Spannung ansieht ist dies nicht dramatisch, aber doch verbesserungswürdig, da sich die Leuchte dann bei der Lichtleistung weiter absetzen könnte, was die Messungen bei 4,5V deutlich zeigen.

Auch hier würde ich entkoppelte 8cm-Lüfter der Firma Pabst einsetzen (s. Empfehlung Solaris). Mein Powermodul werde ich ebenfalls bald umrüsten, dies habe ich beim alten Modell des Powermodul bereits gemacht.




22.02.2007