Naturschutz


Wir als Aquarianer sind meiner Meinung nach in besonderem Maße dazu verpflichtet, unseren Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Wir sind mit unseren Naturentnahmen nunmal ein Teil des Problems, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen (wenn auch ein vergleichsweise relativ geringes Problem im Vergleich zur sonstigen Riffnutzung, wenn man die massiven Schäden durch Giftfang mal aussen vor läst). Der Giftfang wird angeblich bereits weniger praktiziert, da hier die Ausfallraten entsprechend hoch sind und sich auch in der Köpfen der Leute langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass nur gesunde Riffe auch noch in der Zukunft einen Lebensunterhalt bieten können.

Gerade im Bereich Meeresaquaristik sind wir leider noch weit davon entfernt, den überwiegenden Teil des Tierbedarfs über Nachzuchten zu decken. Was Korallen angeht sind wir ja nun auf einem guten Wege, meine Korallen sind bis auf drei Exemplare alle Nachzuchten. Mein Augenmerk gilt daher besonders der Nachzucht von Steinkorallen und neuerdings auch Muscheln (Tridacnen), was mir hoffentlich bald in größerer Stückzahl gelingen wird um diese Tiere bald als eigene Nachzucht anbieten zu können. (Update 28.12.05: Versuche wegen "logistischer" Probleme eingestellt).

In der Süßwasseraquaristik wird ja mittlerweile einiges gezüchtet, wobei auch hier leider noch Wildfänge oftmals als angeblich besonders schöne Exemplare gehandelt werden, wie z.B. Pterophyllum altum, um nur mal einen zu nennen. Wenn Fische richtig nachgezüchtet werden und anschließend unter besten Bedingungen großgezogen werden, gibt es meines Wissens nach keinen logischen Grund, sich einen Wildfang zuzulegen. Auch sog. Bindenfehler, wie sie mitunter bei nachgezüchteten Amphipirion ocellaris auftreten, weisen auf unzureichende Bedingungen während der Aufzucht hin. Anders lässt es sich kaum erklären, da die Tiere diesen Fehler in der Natur nicht aufweisen.

Mein Ziel ist es jedenfalls den Tieren beste Bedingungen zu bieten und über die maximale Zeit zu halten, nicht diese zu verbrauchen. Gorgonien beispielsweise, von denen ich weiß, dass diese kaum über längere Zeiträume haltbar sind, würde ich nicht mehr kaufen. Mir ist auch klar, dass solange es keiner versucht, das Gegenteil niemals eintreten wird. Wenn ich aber nicht bereit bin mich stark darauf zu konzentrieren und viel Zeit zu investieren, sollte ich es lieber lassen. Sorry, aber ich kann es nicht verstehen, wenn ich sehe, wie sog. Verbrauchsaquarianer ständig neue Tiere erwerben um diese dann zu verheizen, ohne das Ziel, möglichst alles richtig bei der Haltung zu machen. Diese Leute verschlechtern ohne Zweifel unseren Ruf und von solchen Leuten distanziere ich mich hiermit ausdrücklich!

Ich bin in verschiedenen Tier- und Naturschutzorganisationen Mitglied. Spötter mögen sagen ich beruhige damit nur mein Gewissen. Mag sogar sein, aber dass das Geld unnütz ausgegeben wird kann keiner behaupten, und in jedem Fall ist es immer noch besser als gar nichts zu tun.

Unter den Links findet Ihr einige Organisationen, die sich dem Tierschutz verschrieben haben.